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| aktualisiert am 01.02.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (06.02.2017)

Vorsicht vor fragwürdigen neuen Rentenversicherungsmodellen

6. Februar 2017. Der Versicherungsbranche geht es schlecht, laut der Kölner Versicherungs-Rating-Agentur Assekurata hat sie sogar einen historischen Tiefststand erreicht. Da die normalen Tarife immer schwerer zu verkaufen sind, entwickeln viele Anbieter neue Modelle, vor allem in der Rentenbranche. Allerdings, so der Deutsche Verbraucherschutzring e. V. (DVS), mit oft fragwürdigen Modellen.

Neue und flexible Produkte für die eigene Altersvorsorge bieten heute bessere Ertragschancen. Allerdings sind die angebotenen Tarife oft nur für die Anbieter gut, so das Magazin Ökotest. Einige Gesellschaften gehen neue Wege, wie sie im Ausland oft praktiziert werden. Jana Vollmann, Geschäftsführerin des DVS (www.dvs-ev.net): „Die Garantieleistungen solcher Anbieter geraten für den Versicherten dabei in den Hintergrund. Im Fokus stehen überwiegend die Ertragschancen.“

Die Rententarife leiden, wie andere Gebiete der Versicherungsbranche, unter niedrigen Renditen und den hohen Kosten. Jana Vollmann: „Auch wenn, wie bei klassischen Tarifen üblich, 1,25 % Garantiezins angeboten werden, bleiben nach Abzug der Kosten nur noch 0,42 % Rendite auf den eingezahlten Beitrag übrig. Und das ist nur unwesentlich mehr, als man für ein herkömmliches Sparbuch bekommt.“ Die Folge: Der neue „Hit“ unter den Modellen ist die sogenannte Indexpolice, die angeblich von risikolosen Renditechancen auf dem Aktienmarkt profitiert. Wie Ökotest herausgefunden haben will, fließe allerdings kein einziger Cent des Kundenbeitrags an die Börse. Die DVS-Geschäftsführerin: „Nur wenn der Versicherer Überschüsse erwirtschaftet, die er seinen Kunden gutschreibt, wird das Geld zur Indexpartizipation eingesetzt. Auf gut deutsch: Das Auf und Ab an der Börse kann dazu führen, dass die mageren Überschüsse an der Börse verzockt werden.“

Das Risiko bleibt letztlich beim Kunden. Und dass die Versicherer höchst riskante Geschäfte eingehen, kann der Kunde selbst nicht erkennen. Meist handelt es sich bei den Partnern für Optionsgeschäfte um Investmentbanken. Gehen diese pleite, werden diese Optionen wertlos. Das kann für den Kunden doppelt ärgerlich werden, so Vollmann: „Wenn das eingezahlte Geld dann nicht einmal für die Garantieleistung ausreicht, fallen auch die Indexbeteiligungen weg. Das heißt, dass der Versicherer die Überschüsse nutzen darf, um die Lücken bei den garantierten Leistungen zu stopfen.“

Für den Verbraucher kein gutes Geschäft. Denn der Kunde läuft Gefahr am Ende nur noch die Mindestleistungen zu erhalten, die im Schnitt noch um 25 % niedriger ausfallen als bei herkömmlichen Policen. „Einzig und allein die Aussicht auf vermeintliche Börsenchancen, die es de facto nicht gibt, locken die Kunden“, so Vollmann.

Der Deutsche Verbraucherschutzring e. V. rät deshalb vor Abschluss solcher Verträge das Kleingedruckte genau zu prüfen, oder von fachkundiger Stelle (wie dem DVS) prüfen zu lassen.

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