Münchner Verbraucherschützer starten Anlageberatung: Guter Rat für wenig Geld? |
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Nach einem Bericht des Bayrischen Rundfunks vom 05.12.2009 häufen sich die Klagen über mangelhafte Informationen am Bankschalter. Und dies nicht erst seit der Pleite der Lehman Brothers Bank. Aus diesem Grunde hat sich die Verbraucherzentrale Bayern dazu entschlossen, nun selbst eine Beratung für Geldanlagen zu bieten. Auf den Punkt gebracht wird das Dilemma von Anlegeranwälten, nach denen der Bankberater in erster Linie verkaufen wolle, und zwar am Besten die Produkte, für die es seiner Auffassung nach die höchsten Provisionen gäbe. Seit einiger Zeit, so der Bayrische Rundfunk, werben Honorarberater Neukunden mit dem Versprechen, angeblich bankunabhängig zu sein. Nur die wenigsten Sparer ließen sich diesen Rat etwas kosten. Deshalb habe die Verbraucherzentrale Bayern seit Mitte November 2009 ein eigenes Referat Finanzdienstleistungen eingerichtet. Die Beratung sei günstiger als bei einem Honorarberater und unabhängiger als bei einer Bank. Schließlich wolle die Verbraucherzentrale „nur beraten“ und nicht verkaufen. Beim DVS begrüßt man diese „unabhängige Verbraucherberatung“. „Allerdings befürchte ich“, so Claudia Lunderstedt-Georgi, Geschäftsführerin des Deutschen Verbraucherschutzringes, „dass die „unabhängige“ Verbraucherberatung nicht hält, was sie verspricht“. Bereits im Juli ließ sich der Hamburger Kaufmann Nils Petersen von der Verbraucherzentrale Hamburg in Vermögensfragen beraten. Dort hatte ihm der „unabhängige“ Berater der Verbraucherzentrale eine Anlage bei der isländischen Pleitebank Kaupthing empfohlen. Petersen hat bei der Verbraucherzentrale Hamburg 120 € gezahlt. Damals empfahlen die „Experten“ eine Anlage bei der kurz darauf in die Krise geratenen Kaupthingbank. Petersen hatte Vertrauen in die Verbraucherschützer, deren Aufgabe es ist, stets darauf zu achten, dass Bürger nicht über den Tisch gezogen werden. „Offensichtlich“, so Lunderstedt-Georgi, „sei es in diesem Fall mit dem Expertenwissen der Verbraucherzentrale nicht so weit her gewesen. Ich hoffe, dass die Expertenberatung der Verbraucherzentrale kein Fall für „den“ Fachanwalt für Kapitalanlagerecht wird.“
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