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| aktualisiert am 29.05.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (23.01.2014)

PROKON-Insolvenz: Was die Anleger jetzt tun sollten

Erfurt, 23. Januar 2014. Die PROKON Regenerative Energien GmbH (Itzehoe) hat am 22. Januar 2014 Insolvenz angemeldet. Über 75.000 Anleger investierten mehr als 1,4 Milliarden Euro in Form von Genussrechten in das Unternehmen. Die Angst der Anleger um ihr Geld ist durchaus berechtigt. Es gelte nun, so der Deutsche Verbraucherschutzring e. V. (DVS), schnellstens zu handeln.

„Dass PROKON Insolvenz angemeldet hat, überrascht uns leider nicht“, sagt Jana Vollmann, Geschäftsführerin des DVS (www.dvs-ev.net): „Das Ultimatum, dass PROKON seinen Anlegern gestellt hatte, war am 20. Januar erfolglos abgelaufen.“ Noch Anfang der Woche hatte PROKONs
Deutscher Verbraucherschutzring

PR-Maschinerie versucht das Vertrauen und den Glauben in das undurchsichtige Unternehmen bei den Anlegern zu erhalten. Ohne Erfolg. Die Telefone beim DVS klingeln Sturm. Anleger bangen um ihr Geld.

Haben die Anleger einen Totalverlust hinzunehmen?

Zunächst wird der vom Landgericht Itzehoe bestellte Insolvenzverwalter eine Bestandsaufnahme durchführen müssen. Dabei wird die Frage zu beantworten sein, wie viel Wert die PROKON Regenerative Energien GmbH tatsächlich besitzt. PROKON wurde seit Jahren von vielen Verbraucherschützern als sehr intransparentes Unternehmen mit einem undurchsichtigen Geschäftsmodell kritisiert. Jana Vollmann: „Immerhin wird die Bestandsaufnahme Licht in das Dunkel des Unternehmens bringen. Dann wird die Öffentlichkeit auch erfahren, wo und ob das Geld der Anleger ordnungsgemäß eingesetzt wurde.“ Nach dieser Prüfung, die Monate dauern kann, würde man auch feststellen können, womit PROKON die hohen Zinsen für die Anleger zahlte.

Was können die Anleger tun?

Sicherlich macht es wenig Sinn, nun gleich eine Klage wegen Schadensersatzansprüchen zu erheben. Dennoch, so die DVS-Geschäftsführerin, sollten Anleger potenzielle Ansprüche prüfen lassen, auch um die Rechte im Insolvenzverfahren zu wahren: „Der DVS hat eine Arbeitsgemeinschaft PROKON gegründet, der Anleger kostenfrei beitreten können. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft erhalten eine professionelle Einschätzung (Erstbewertung) ihres Falles bzw. ihrer Unterlagen  durch einen DVS-Vertrauensanwalt.“ Immer wieder wird dem DVS die Frage gestellt, ob und wie Genussrechtsinhaber Ansprüche bei der Insolvenztabelle anmelden können. Natürlich hätten Genussrechtsinhaber einen Anspruch, wenn es zur Verwertung des vorhandenen Vermögens von PROKON komme. „Allerdings“, so Jana Vollmann, „stehen solche Ansprüche hinter allen anderen Gläubigern. Daher ist es aber umso wichtiger, hier nichts zu versäumen und auch nach alternativen möglichkeiten zu suchen, das zurück zu erhalten.“ Ob und wie viel Vermögen es im Fall PROKON tatsächlich geben wird, muss zunächst geklärt werden.“

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