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| aktualisiert am 17.08.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (25.07.2014)

Wirtschaftskriminalität in Deutschland: Anlagebetrugsfälle erheblich gestiegen

25. Juli 2014. Das Bundeskriminalamt hat das sog. Bundeslagebild Wirtschaftskriminalität  2013 veröffentlicht. Dabei ist festzustellen, dass die Anlagebetrugsfälle im vergangenen Jahr erheblich angestiegen sind.

Delikte der Wirtschaftskriminalität verursachten 2013 Schäden von 3,82 Milliarden Euro und damit knapp 2 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr (3,75 Milliarden Euro). Die Schäden belaufen sich damit auf rund 50 Prozent des Gesamtschadensvolumens aller in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2013 erfassten Straftaten – und das bei einem Anteil der Wirtschaftskriminalität von nur 1,2 Prozent an der registrierten Gesamtkriminalität.

Bei den Anlage- und Finanzierungsdelikten verzeichnete das BKA einen Anstieg um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleiches gilt für den Betrug und die Untreue im Zusammenhang mit Kapitalanlagen (+ 27 Prozent).

Der starke Anstieg steht im Zusammenhang mit einem bei der Polizei in Frankfurt am Main geführten umfangreichen Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz und weiterer zahlreicher Straftaten. Den Beschuldigten wird unter anderem zur Last gelegt, im Rahmen von Immobiliengeschäften ein so genanntes Schneeballsystem aufgebaut zu haben, um angeblich weit über dem Durchschnitt liegende Renditen zu erwirtschaften. Teilweise sollen diese Renditen aus neu zugeflossenen Anlegergeldern bestritten worden sein.

Im Zusammenhang mit Anlage- und Finanzierungsdelikten spielt der so genannte Graue Kapitalmarkt eine bedeutende Rolle. Dieser ist der Teil des Finanzmarktes, der nicht oder nicht vollständig staatlicher Aufsicht bzw. staatlicher Regulierungen unterliegt.

Im Zusammenhang mit Anlage- und Finanzierungsdelikten spielt der so genannte Graue Kapitalmarkt eine bedeutende Rolle. Dieser ist der Teil des Finanzmarktes, der nicht oder nicht vollständig staatlicher Aufsicht bzw. staatlicher Regulierungen unterliegt.

Zu den Produkten des Grauen Kapitalmarktes zählen beispielsweise Genussrechte. Diese gewähren den Anlegern zwar Rechte am Gewinn, in der Regel jedoch kein Stimmrecht. Bei einer Insolvenz erfolgt die Rückzahlung der Einlage der Genussrechtsinhaber erst nach vollständiger Befriedigung aller anderen Gläubiger, wodurch die erhöhte Gefahr des Totalverlustes der Einlage besteht.

HIer können Sie sich die vollständige Veröffentlichung des Bundeskriminalamtes vom 24. Juli 2014 herunterladen.
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