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| aktualisiert am 29.05.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (18.08.2015)

Alarm für Anleger? Shedlin Capital am Ende

18. August 2015. Anleger, die Fonds der Shedlin Capital AG (Nürnberg) gezeichnet haben, werden zunehmend nervös. Am 1. März 2015 wurde das Insolvenzverfahren gegen die Gesellschaft eröffnet, vier Tage später mangels Masse wieder eingestellt. Die Shedlin Capital AG wurde aufgelöst. Ihre Fonds gelten bei Experten als unsicher, so der Deutsche Verbraucherschutzring e. V. (DVS), der Anlegern empfiehlt, ihre Anlagen genauestens prüfen zu lassen.


Die Fonds* der Shedlin Capital AG sind von der Pleite der Gesellschaft nicht direkt betroffen, denn die Fondsgesellschaften sind eigene Gesellschaften. Allerdings haben schon viele Anleger erleben müssen, dass manchmal auch die Fonds nach einer Insolvenz des Emissionshauses pleite gehen. Ein seltsamen Beigeschmack bekommen solche Geschichten, wenn man nicht nachvollziehen kann,  wo genau das Kapital der Fonds hinfließt und wie die Renditen entstehen sollen. Shedlin-Fonds investierten das Anlegergeld angeblich in Abu Dhabi, China, Bulgarien, Brasilien, Rumänien und Russland. So entstand in der Wüste von Abu Dhabi die wohl teuerste Betonplatte der Emirate (Link zum DVS-Bericht), auf der einmal eine Luxusklinik gebaut werden sollte. In Südafrika und China sollte das Kapital für Hydropower, Solarenergie und ähnlichem eingesetzt werden. 
* Shedlin Middle East Health Care Fonds 1,  Shedlin Middle East Health Care Fonds 2,  Shedlin Infrastructure 1 European Solar Income,  Shedlin Infrastructure 2 European Hydropower Income, Shedlin Latin American Property 1, Shedlin South Africa 1, Shedlin Chinese Property 1 Shedlin Portfolio Fund 1, Shedlin New European Frontiers 3


“Natürlich kostet der Baustillstand in Abu Dhabi Geld”, sagt Jana Vollmann, Geschäftsführerin des DVS, “und zwar das der Anleger.” Die Health Care Fonds 1 und 2, die das Luxuskrankenhaus finanzieren soll(t)en, mussten Fehlbeträge von rund 3,7 Millionen Euro ausweisen. „Wenn die Fondsgesellschaften am Ende auch in die Insolvenz müssen, droht den Anlegern der Totalverlust“, so Jana Vollmann.


Jeder Anleger, der ein ungutes Gefühl mit seinen Shedlin-Beteiligungen hat, sollte seine Anlagen prüfen lassen. Schließlich gibt es verschiedene Möglichkeiten sein Geld zu sichern: von der Rückabwicklung bis zur Inanspruchnahme von Schadensersatz. Die DVS-Geschäftsführerin: „Wie und gegen wen man vorgeht, ist eine Einzelentscheidung. Denn manchen wurden Shedlin-Anlagen als sichere Altersvorsorge verkauft, andere wussten nicht, dass sie als Kommanditist auch für Verluste der Gesellschaft haften.“ Und ob die Berater und Vermittler immer so ausführlich informieren, wie es die Bestimmungen vorsehen, ist eine andere Frage.  

Betroffene Anleger können beim DVS der Arbeitsgemeinschaft „Shedlin Capital“ beitreten und ihre Unterlagen prüfen lassen. 

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