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| aktualisiert am 17.08.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (04.02.2016)

Nicht überraschend: Erste Hartwieg-Firma in der Insolvenz

4. Februar 2016. Das Insolvenzverfahren gegen die NCI New Capital Invest Oil & Gas USA 19 GmbH ist vom Amtsgericht München eröffnet worden. Damit ist das erste Unternehmen aus dem Firmengeflecht des ehemaligen Maurers und Finanzjongleurs Malte Hartwieg zahlungsunfähig. Durch festgestellte „pflichtwidrige Handlungen“, so der Deutsche Verbraucherschutzring e. V. (DVS) könnten sich für die Anleger Schadensersatzansprüche ergeben.

Hartwieg, dima24, Selfmade, NCI – für Insider des Anlagegeschäfts sind diese Wörter Synonyme für „verlorene Millionen“. Der gelernte Maurer hatte in der Vergangenheit ein wahres Netz von Firmen gegründet und mit seinen emittierten Fonds rund 200 Millionen Euro bei Privatanlegern eingesammelt. Etliche von Hartwiegs Unternehmen dümpeln schon in vorläufigen Insolvenzen vor sich hin – die Eröffnung der Verfahren ist demnach nur eine Frage der Zeit. „Bei großen und undurchsichtigen Unternehmenskonstrukten wie im Fall Hartwieg, zeigt unsere Erfahrung, dass es nach einer Insolvenzeröffnung meist nicht lange dauert, bis alle anderen Unternehmen mit hineingezogen werden“, sagt Jana Vollmann, Geschäftsführerin des DVS (www.dvs-ev.net).  

Ob die eingesammelten Gelder tatsächlich immer dort investiert wurden, wie es versprochen wurde, ist fraglich. So war ein Großteil der Fonds-Gelder für Investitionen in die Öl- und Gasförderung in Amerika oder andere Anlagen im Nahen Osten gedacht. Matthias Hofmann, der beauftragte Insolvenzverwalter gegenüber dem manager-magazin: „Insbesondere die Investitionen im Ausland und deren ungeklärter Verbleib geben Anlass, entsprechende Ansprüche zu prüfen.“ Damit spielt Hofmann auf konkrete Anhaltspunkte für pflichtwidrige Handlungen an. Diese Tatsache, so die DVS-Geschäftsführerin sei für die Durchsetzung von Ansprüchen nicht unerheblich: „Hartwiegs Firmen sammelten meist Geld für Zwischengesellschaften, die das Kapital dann weiterleiteten. Das war in den Prospekten meist auch so bezeichnet. Ein Investor hat somit kaum einen vertraglichen Anspruch gegen eine Fondsgesellschaft, wenn die Gelder dann nicht wie beworben eingesetzt wurden. Können den Verantwortlichen der Gesellschaften jedoch pflichtwidrige Handlungen oder gar Betrug nachgewiesen werden, so entstehen ganz neue Schadensersatzansprüche.“

Schon jetzt sollten alle Privatanleger, die in eine der vielen Malte Hartwieg Gesellschaften investiert haben, ihre Unterlagen von einem auf das Kapitalanlagerecht spezialisierten Anwalt prüfen lassen.

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