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| aktualisiert am 29.05.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (04.11.2016)

BGH sichert Rechte von Gebrauchtwagenkäufern

Gebrauchtwagenkäufer sind bei Schäden, die innerhalb von sechs Monaten nach Kauf des Autos festgestellt werden, nicht länger in der Nachweispflicht. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat einen Richtungswechsel vollzogen demnach nun die Händler nachweisen müssen, dass der Schaden nicht bereits beim Kauf vorlag (Az. VIII ZR 103/15). Damit trägt der BGH einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) Rechnung (Az. C-497/13).

Käufer von Gebrauchtwagen hatten es bisher nicht leicht. Stellten sie innerhalb von sechs Monaten nach dem Kauf einen Mangel am Fahrzeug fest, war dies nicht nur ein großes Ärgernis. Ihnen oblag zudem auch die Pflicht nachzuweisen, dass der Schaden bereits bei der Übergabe des Wagens vorhanden war. Konnten sie dies nicht, blieben sie auf dem mangelbehafteten Auto und bei Fehlerbeseitigung auf den diesbezüglichen Kosten sitzen. Auch dann, wenn sie nicht selbst für den Schaden verantwortlich waren.

Damit ist nun jedoch Schluss. Der BGH hat nämlich kürzlich seine Rechtsprechung aufgrund einer Entscheidung des EuGH geändert. Demnach hat jetzt der Verkäufer den Beweis zu erbringen, dass der Käufer den Mangel verursacht hat. Gelingt ihm dies nicht, dann hat zu Gunsten des Käufers entschieden zu werden. Dieser kann dann vom Kaufvertrag zurücktreten, um so sein Geld zurückzubekommen.

Verbraucher brauchen aufgrund dessen nun nicht mehr zu befürchten, sich mit einem Gebrauchtwagenkauf komplett in die Nesseln zu setzen, da sie vor frühzeitig auftretenden Problemen jetzt besser geschützt sind. Wie jedoch zum Beispiel der „Spiegel“ ausführt, muss, damit diese Regelung greift, der Wagen bei einem Kfz-Händler und nicht einer Privatperson erworben worden sein. Außerdem gilt das Ganze nur für Schäden, die sich innerhalb der ersten sechs Monate nach Kauf bemerkbar machen.

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