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| aktualisiert am 17.08.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (20.09.2007)

Euro-Gruppe IBEKA-Pleite zu Lasten von Kleinanlegern

Die IBEKA Immobilienbeteiligung AG war besonders bei Kleinanlegern beliebt, die ihre Anteile über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren einzahlen könnten. Auf sie kommen nun wahrscheinlich Nachforderungen des Insolvenzverwalters zu. Verbraucherschützer gehen auf die Barrikaden.

 

Über das Vermögen der IBEKA Immobilienbeteiligung AG ist am 09.12.2005 das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet worden. Die IBEKA war wesentlicher Bestandteil der so genannten Euro-Gruppe, der weitere Firmen wie die Pierenz AG, die Lenz und Lenz II AG, die Knothe AG, die Bialek AG, die GOJ AG, die Schuster-Schreiber AG und andere Unternehmen angehören. Auch für diese Firmen wurde im Dezember jeweils Insolvenzantrag gestellt.

Brisant sind die Firmenpleiten daher, weil diese sich das notwendige Geschäftskapital bei Kleinanlegern „besorgten“, um damit Immobilien zu errichten. Dies geschah über so genannte atypische stille Beteiligungen. Dabei machten viele Anleger von der Möglichkeit Gebrauch, die vereinbarte Beteiligungssumme über einen längeren Zeitraum von bis zu 30 Jahren in die Gesellschaft zu einzubringen. Die im Zuge der Verkaufsgespräche gemachten Versprechungen entpuppten sich als falsch, die Prestigeobjekte Hotel Arabella Sheraton sowie das Siemens Bürogebäude in Würzburg sind wirtschaftliche Fehlschläge. Auch der geplante kurzfristige Verkauf einer Immobilie scheiterte, womit die Insolvenz nicht mehr abwendbar war.

Nach der Pleite kommt auf tausende Kleinanleger eine weitere Gefahr zu: „Im Zuge der Insolvenz wird der Insolvenzverwalter sicher prüfen, von den Anlegern genau diese noch ausstehenden Beträge einzufordern“, sagt ein Partneranwalt vom Deutschen Verbraucherschutzring e.V. in Jena. „Da vielfach Ratenverträge geschlossen wurden, ist bei den meisten Anlegern die vereinbarte Vertragssumme noch nicht völlig eingezahlt.“

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. rät entschieden, diesen Nachforderungen entgegenzutreten. Möglich ist dies dann, wenn der Nachweis gelingt, dass die mit dem Vertrieb beauftragten Mitarbeiter der ebenfalls in Insolvenz befindlichen Firma AVB GmbH falsch über die Risiken aufgeklärt haben. Über die Geschäftsgebaren der Euro-Gruppe wurde wiederholt durch Verbraucherzentralen und Zeitschriften wie Finanztest gewarnt. Ebenso warnte der Brancheninformationsdienst „kapital-markt-intern“ bereits im Jahre 1998 vor einer derartigen Beteiligung. Ansprüche der Anleger, welche auf Schadensersatz und Freistellung von Zahlungsansprüchen des Insolvenzverwalters gerichtet sein können, wären auf den Umstand zu stützen, dass die Vermittler die kritischen Pressestimmen unerwähnt ließen. Denn diese sind verpflichtet, den Anleger darüber aufzuklären. Ebenso hat schon das OLG Thüringen festgestellt, dass die Risikohinweise im Prospekt unzureichend sind.

Ob den geprellten Anlegern Ansprüche auf Schadensersatz oder andere Ansprüche zustehen und ob diese erfolgreich durchgesetzt werden können, sollte ein auf dem Gebiet versierter Rechtsanwalt prüfen. Nur so kann weiterer Schaden vermieden werden.

 

Betroffene Anleger können sich ab sofort der Interessengemeinschaft „Euro-Gruppe“ im Deutschen Verbraucherschutzring DVS e.V. anschließen. Der Deutsche Verbraucherschutzring DVS e.V. (www.dvs-ev.net) lässt durch die Vertragsanwälte des Vereins die Ansprüche der Anleger prüfen. Die Aufnahme in die Interessengemeinschaft kostet einmalig 70.- Euro. Dieser Betrag deckt die Verwaltungsgebühren des DVS e.V. ab. Die weitere Mitgliedschaft in der Interessengemeinschaft ist beitragsfrei. Die 70.- Euro werden bei einer späteren Beauftragung der Rechtsanwälte in voller Höhe mit den Anwaltskosten verrechnet. Die Anspruchsprüfung des Falles durch die Rechtsanwälte löst jedoch keine gesonderten Kosten aus. Für Fragen in dieser Angelegenheit steht den Anlegern die Telefonnummer: 03641/ 628670 zur Verfügung.

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