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| aktualisiert am 17.08.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (20.09.2007)

Fonds-Pleitewelle: Dritter deutscher Immobilienfonds geschlossen

 

Nach der Schließung des dritten Immobilienfonds befürchten Experten einen Flächenbrand, der weitere Fonds mit sich reißen könnte.

Mit der Schließung von KanAm grundinvest am Wochenende wurde innerhalb weniger Wochen der dritte offene Immobilienfonds geschlossen. Zwar können die Fonds an den Börsen Hamburg und Düsseldorf wieder gehandelt werden, dennoch können Anleger ihre KanAm-Anteile nicht mehr zurückgeben.

Ähnlich wie bei dem vor einigen Tagen geschlossenen Schwesterfonds US-grundinvest wurden auch im aktuellen Fall noch Immobilien zugekauft, als die Krise der offenen Immobilienfonds bereits voll am Laufen war. Als Grund sieht der Fondsexperte Stefan Loipfinger „die aggressive Geschäftsstrategie, mit der eine besonders hohe Performance dargestellt werden konnte“.

Dabei hatte die US-Börsenaufsicht SEC bereits seit dem Jahr 2000 gegen die stark mit KanAm verflochtete Mills Corporation ermittelt. „Wie die Ratingagentur Scope bestätigte, wurde seit Jahren offensichtlich mit geschönten Zahlen gearbeitet“, sagt ein Partneranwalt des Deutschen Verbraucherschutzrings e.V. aus Jena. „Kein Wunder, dass nach weiteren negativen Meldungen über Liquiditätslage und Management viele Anleger das Vertrauen verloren und ihre Mittel abzogen.“

Bereits die Schließung des grundbesitz-invest der DB Real Estate im Dezember hatte zu einer tiefen Verunsicherung auf dem Markt für offene Immobilienfonds geführt. „Mit der Schließung von gleich drei Fonds innerhalb dieser kurzen Zeit wird sich ein Flächenbrand kaum noch verhindern lassen“, befürchtet der Partneranwalt des DVS. „Es ist damit zu rechnen, dass die Krise auch auf andere offene Immobilienfonds überspringt.“

Der Anlegeranwalt prüft, ob möglicherweise Fehler im Verkaufsprospekt vorgelegen haben. Dies würde Anlegern ermöglichen, ihren Anteilskauf unter Umständen rückgängig zu machen. „Nach einschlägigen Vorschriften sind die Prospekte solcher Anlagen immer auf dem neuesten Stand zu halten.“ Darüber hinaus geht der DVS der Frage nach, inwieweit Käufer der KanAm-Fonds über die Risiken ihrer Anlage aufgeklärt worden sind.

Betroffene Anleger können sich ab sofort der Interessengemeinschaft Offene Immobilienfonds im Deutschen Verbraucherschutzring DVS e.V. anschließen.

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