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| aktualisiert am 29.05.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (20.09.2007)

Weiterer renommierter geschlossener Immobilienfonds insolvent

Das Amtsgericht München hat am 13. Februar 2006 das vorläufige Insolvenzverfahren über  den Fonds Turmcenter Frankfurt am Main, die CAM Grundstücksverwaltungs- gesellschaft GmbH & Co. Vermietung KG, eröffnet (1502 IN 3996/05). Zuletzt konnte der Fonds weder den Kapitaldienst noch die Bewirtschaftungskosten erbringen.

Als Hauptgrund hat die seit 1998 platzierte Fondsgesellschaft den Wegfall des einstigen Hauptmieters Ernst & Young angegeben. Jedoch dürfte auch der Tod des Fondsinitiators und „Steuermanns“ hinter den Kulissen, Herr Philipp Kreuzer, der in dieser Branche kein unbeschriebenes Blatt gewesen ist, für die Beantragung der Insolvenz ausschlaggebend sein. Dieser soll im Jahre 2003 der finanzierenden Bank eine zusätzliche Sicherheit in Form einer selbstschuldnerischen Bürgschaft in Höhe von 15 Millionen Euro gegeben haben.

Mittlerweile steht den Kreditverbindlichkeiten in Höhe von ca. 85 Millionen Euro ein Immobilienwert von nur noch ca. 40 Millionen Euro gegenüber. Dabei waren Ende der 90er Jahre im Rahmen einer Kapitalerhöhung noch einmal ca. 30 Millionen Euro von Anlegern eingesammelt worden. Schon damals warnte die Fachpresse (k-mi`30/98) vor dem undurchsichtigen und fehlerhaften Prospekt. Zudem standen vor allem der Kaufpreis und die Wirtschaftlichkeit in der Kritik. 

Somit verhinderte die Kapitalerhöhung vermutlich nur eine frühere Insolvenz des Fonds.

Zudem habe der Mietgarant nach Auskunft des Kreuzer-Geschäftspartner Dr. Horst Eisenmann von Beginn an zu hohe Ausschüttungen gezahlt, die nun möglicherweise von dem Insolvenzverwalter zurückgefordert werden können, wie dies bereits von der Fondsgeschäftsführung in dem vergangenen Jahr versucht worden ist.

Eine Prüfung von zivilrechtlichen Ansprüchen ist hier vor dem Hintergrund verschiedener rechtlicher Ansatzpunkte (z. B. Vermittlerhaftung) sinnvoll und ratsam, so dass sich die Anleger fachkundigen Rat von einem spezialisierten Rechtsanwalt einholen sollten, um den entstandenen Schaden zu begrenzen.

Die Partneranwälte des DVS stehen Ihnen für eine individuelle Rechtsberatung gern zur Verfügung.

Stand: 28.02.2006

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