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| aktualisiert am 17.08.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (20.09.2007)

Frankonia-Beteiligungen - DVS warnt vor Totalverlust

 

Immer mehr Frankonia-Anleger wollen sich vorzeitig aus ihren Beteiligungen lösen. Der Deutsche Verbraucherschutzring (DVS e.V.) bezweifelt eine ausreichende Liquiditätsdecke der Unternehmensgruppe. Für die Anleger bestehe das Risiko eines Totalverlustes.

In der Hoffnung auf eine sichere Altersversorgung zeichneten viele Anleger seit den neunziger Jahren Beteiligungen an den Gesellschaften der  Würzburger Frankonia-Gruppe. Dazu gehören die Frankonia Sachwert AG, die Frankoniawert AG, die Frankonia Wert AG und die Capital Sachwert Alliance Beteiligungsfonds 5 AG & Co. KG.

Angeboten wurden so genannte atypische stille Beteiligungen und Kommanditbeteiligungen. Die Vertragssummen konnten durch Einmaleinzahlungen und in monatlichen Raten erbracht werden. So verpflichteten sich viele Anleger auf Jahre oder gar Jahrzehnte zu regelmäßigen Einzahlungen.

Mittlerweile sind immer mehr Frankonia-Anleger mit ihren Beteiligungen unzufrieden und versuchen, sich vorzeitig daraus zu lösen.

Zu Recht, wie der Deutsche Verbraucherschutzring (DVS e.V.) meint. „Die Jahresabschlüsse der Frankonia-Firmen weisen wenig greifbares Vermögen aus“, sagt Torsten Geißler, Partneranwalt des DVS in Jena. Denn entgegen den Versprechungen im Prospekt, den auch nicht jeder Anleger vor Zeichnung erhielt, hält Frankonia hauptsächlich Beteiligungen an verbundenen Unternehmeen. „Deren tatsächlicher Wert ist jedoch kaum abzuschätzen“, sagt Geißler. „Es ist nicht erkennbar, woher die jeweilige Gesellschaft später zum Vertragsablauf die notwendige Liquidität hernehmen will, um die Anleger auszuzahlen.“

Der DVS vermutet, das die Gewinne durch das mit den monatlichen Zahlungen verbundene Agio in Höhe von 5 Prozent „erwirtschaftet“ werden. „Das geht solange gut, solange nur ein kleiner Teil der Anleger gleichzeitig sein Geld verlangt“, so Verbraucheranwalt Geißler. „Wenn jedocch viele Verträge zur selben Zeit auslaufen, könnte das zu Liquiditätsengpässen führen.“

Bereits vor Jahren hatte die Fachpresse vor Frankonia-Beteiligungen gewarnt. Der Anleger geht hier nämlich eine unternehmerische Beteiligung ein, und so besteht auch aus diesem Grund das Risiko des Totalverlustes. Auf diesen Umstand wurde jedoch häufig nicht hingewiesen.

Viele Prozesse, die Frankonia-Anleger bereits seit Jahren führen, bestätigten Schadensersatzansprüche für die Anleger und brachten ihnen Geld zurück.

Wer das Risiko eines Prozesses scheut, kann auch auf eine außergerichtliche Einigung hinarbeiten. Die Vereinsanwälte des DVS haben bereits einer großen Zahl von Anlegern helfen können. Sie wurden nicht nur von den monatlichen Zahlungsverpflichtungen befreit, sondern es konnte auch ein Teil der bisher geleisteten Einlage zurückgeholt werden.

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