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| aktualisiert am 17.08.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (20.09.2007)

Sammelklage gegen Premiere


Die Verbraucherzentrale Hamburg hat gegen den Bezahl-Sender Premiere eine Sammelklage eingereicht. Hintergrund der Klage ist das massenweise Verschwinden so genannter Smartcards, den Zugangskarten zum „Fernseh-Genuss“, die nach der Kündigung des Abonnements an den Sender zurückgeschickt werden müssen.

Um das rätselhafte Verschwinden der Smartcards aufzuklären, hat die Verbraucherzentrale eine Vertretungsklage beim Amtsgericht München eingereicht. Von Ex-Kunden gezahlter Schadenersatz wegen angeblich nicht zurückgeschickten Smartcards soll zurückgefordert werden.

Abonnenten wurden nach ihrer Kündigung aufgefordert, ihre Zugangskarte zurückzuschicken. Merkwürdig ist nur, dass bei auffallend vielen Ex-Kunden schnell eine Rechnung ins Haus flatterte: Die Karte sei bei Premiere nie angekommen. Wurde der in Rechnung gestellte Betrag von 35 Euro nicht umgehend bezahlt, so folgte die nächste böse Überraschung mit der Mahnung des Inkasso-Instituts InFoScore. Die Forderung betrug mit Zusatzkosten nun rund 75 Euro.

Eine betrügerische Masche, um ehemalige Kunden zu schröpfen? Davon geht die Verbraucherzentrale Hamburg aus, die nicht an einen Zufall glaubt. Premiere hingegen behauptet, die Kündigungen korrekt bearbeitet zu haben.

Die geschädigten Verbraucher können häufig nicht beweisen, dass sie die Karte ordnungsgemäß verschickt haben und haben somit erstmal das Nachsehen. Sollte die Klage der Verbraucherzentrale jedoch Erfolg haben, würden die Ex-Kunden ihr Geld wiederbekommen. Torsten Geißler, Vertrauensanwalt des Deutschen Verbraucherschutzringes (DVS e.V.) rät: „Wer bislang nicht gezahlt hat, der sollte auch weiterhin unter Hinweis auf den anhängigen Rechtsstreit die Zahlung verweigern und auf das Urteil des Amtsgerichtes München warten.“

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