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| aktualisiert am 29.05.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (20.09.2007)

Tereno Wohnungsbaugesellschaft eG - Die Anlegerfalle


Unangenehme Post vom Finanzamt erhalten zurzeit Anleger, die sich an Genossenschaftsanteilen der Leipziger Tereno Wohnungsbaugesellschaft eG beteiligt haben. Sie sollen plötzlich und auf einen Schlag ihre Eigenheimzulage zurückzahlen.

Die Rückforderung bringt viele Anleger in finanzielle Bedrängnis. Wie auch bei anderen Wohnungsbaugesellschaften, war die Tereno-Anlage für Kleinanleger konzipiert, die sich mit Anteilen in Höhe von 5.400 bis 40.800 Euro beteiligen konnten. Und wer nicht genügend Eigenkapital hatte, konnte seinen Genossenschaftsanteil gleich noch mit einem Darlehensvertrag bei der mittlerweile insolventen Reithinger-Bank finanzieren. Unter dem Motto „Eigenheimzulage ohne Eigenheim“ wurden vollmundig staatliche Fördermittel – eben die Eigenheimzulage – versprochen. Damit sollte das Darlehen später einfach zurückgezahlt werden können.

Das Problem besteht nun darin, dass die Finanzämter die Eigenheimzulage nur dann als rechtmäßig anerkennen, wenn die betreffende Wohnungsbaugesellschaft mit dem Anlegerkapital auch tatsächlich in Immobilien investiert hat. Und genau dies war bei der Tereno eG eben nicht der Fall. Jetzt müssen die Anleger nicht nur die erhaltenen Fördergelder zurückzahlen, sondern auch die Darlehen.

Den meisten Betroffenen kann nach Auffassung des Deutschen Verbraucherschutzrings (DVS e.V.) dennoch geholfen werden. Denn derartige Vertragskonstruktionen samt Darlehensvertrag können nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) unter bestimmten Voraussetzungen rückabgewickelt werden. Der DVS rät den Betroffenen dringend, sich von einem auf Kapitalanlagerecht spezialisierten Anwalt beraten zu lassen, bevor sie mit der Bank einen neuen Kredit abschließen, das Darlehen ablösen oder ein Schuldanerkenntnis unterschreiben. Neben dem Klären von Ansprüchen müssen auch wichtige Fristen beachtet werden.
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