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| aktualisiert am 17.08.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (20.09.2007)

Gesellschafterversammlung DBVI Fonds

Am 23.05.2007 fand die Gesellschafterversammlung der DFO Deutschlandfonds 1 und 2 (vormals DBVI Fonds) in Grünwald bei München statt.

Aufgrund der schleppenden Registrierung der angereisten ca. 75 Gesellschafter und Vertreter begann die Veranstaltung ca. 30 Minuten später als geplant.

Im Podium nahmen Platz Herr Alexander Grau als Geschäftsführer sowie Herr Dieter Pape und Herr Jens Höhl von der Treuhandkommanditistin Procurator.

Zunächst wurde ein allgemeiner Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland gegeben. Dieser half den angereisten Gesellschaftern jedoch wenig.

Anschließend berichtete Herr Grau, dass dem Sanierungskonzept im Herbst durch Lehmann Bros. eine Absage erteilt wurde. In einer Runde mit den Gläubigerbanken im Dezember 2006 wurde beschlossen, das Objekt „Corso-Passage“ in Dortmund bis Ende Januar 2007 zu veräußern. Dies geschah zum Verkaufspreis von 39 Mio. Euro, während der Einstandspreis bei 37 Mio. gelegen habe. hierdurch konnten Kredite in Höhe von 38,5 Mio. Euro an die Banken zurückgeführt werden.

Die Banken haben sich bereit erklärt, bis Ende Juni 2007 „stillzuhalten“. Das heißt jedoch, dass bis zu diesem Zeitpunkt sämtliche Immobilien veräußert werden müssen.

Derzeit wird ein Bieterverfahren durchgeführt, an dem sich sechs Bieter beteiligen. Durch den Verkauf der Immobilien zum 30.06.2007 sollen die Bankverbindlichkeiten durch den Erwerber übernommen werden. Die endgültige Bestimmung des Kaufpreises soll nach Möglichkeit jedoch erst zum 31.06.2009 erfolgen. Hierdurch sollen mögliche Wertsteigerungen der Immobilien bis zu diesem Zeitpunkt berücksichtigt werden können.

Die wiederholte Frage nach dem derzeitigen Vermögen der Gesellschaft sowie zu den Verbindlichkeiten wurde zu keiner Zeit konkret beantwortet. Der Veräußerungserlös der Immobilien könne erst nach Abschluss des Verkaufs benannt werden, den Wert der Inhaberschuldverschreibungen bei der insolventen Privatbank Reithinger könne auch erst nach Abschluss des Insolvenzverfahrens mitgeteilt werden.

Jedoch gehe man davon aus, dass der Anteil, den die einzelnen Gesellschafter erwarben, beim Fonds Nr. 1 noch ca. 50 Prozent wert sei, während der Anteil beim Fonds Nr. 2 lediglich noch ca. 30 Prozent Wert habe.

Derzeit decken die Einnahmen ungefähr die Ausgaben.

Auf die Frage, ob bei der Finanzierungsvermittlung oder in anderem Zusammenhang an die Procurator sogenannte „Kick-Backs“ – also Provisionen aus Anlegergeldern – geflossen seien, wurden gewissen „Honorare“ eingeräumt. Ob dies Provisionen gewesen seien, dazu wollte man sich nicht äußern.

Immer wieder wurde der Procurator als Treuhänder das Misstrauen ausgesprochen und die mangelnde Transparenz gerügt. Hierauf wurde oft wortgewandt und umfangreich – aber eben nicht konkret – geantwortet. Auch könne man zu den Bietern derzeit keine Auskunft geben.

Anschließend und abschließend wurde die Abstimmung über die zu ändernden Punkte des Gesellschaftsvertrages der beiden Fondsgesellschaften durchgeführt.

Beim Fonds 1 waren von insgesamt 154.000 Stimmen 89.000 Stimmen anwesend, wovon 58.002 auf die Procurator entfielen bzw. von dieser vertreten wurden.

Beim Fonds 2 waren von insgesamt 94.103 Stimmen 28.534 Stimmen anwesend, wovon 2002 auf die Procurator entfielen bzw. von dieser vertreten wurden.

Die Abstimmungsergebnisse wurden nicht am Anschluss bekannt gegeben. Diese werden mit Versand des Protokolls veröffentlicht.

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass alle Anleger bei den DBVI Fonds erhebliche Verluste erleiden werden, selbst wenn es der Geschäftführung möglich sein wird, die Immobilien zu einem angemessenen Preis zu veräußern. Diejenigen, die ihre Anteile über ein Darlehen finanziert haben, müssen zudem weiter Zins und Tilgung weiter tragen, zahlen also für ein Darlehen, dass für eine Sache verwendet wurde, die mittlerweile erheblichen Wert verloren hat.

Befremdlich war, dass die Gesellschaftsversammlungen von zwei Gesellschaften gleichzeitig abgehalten wurden und belastbares Zahlenmaterial nicht zur Verfügung stand oder nicht bekannt gegeben werden sollte.
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