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| aktualisiert am 29.05.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (20.09.2007)

Cinerenta zum Schadenersatz verurteilt

Wegen Kapitalanlagebetrugs hat das Oberlandesgericht München die Cinerenta Gesellschaft für Internationale Filmproduktion mbH (Cinerenta) verurteilt. Schadenersatz in Höhe von über 40.000 € muss das Unternehmen nun an einen Filmfonds-Anleger zahlen, der sich mit einer Kommanditeinlage am Filmfonds Cinerenta III beteiligt hatte. Im Verkaufsprospekt war das maximale Verlustrisiko mit 21,64 Prozent dargestellt, der Rest sei durch eine Erlösausfallversicherung abgesichert. Diese sollte bei einer namhaften Versicherungsgesellschaft abgeschlossen werden, die einspringe, wenn die Filme weniger als die Produktionskosten einspielen würden. Doch eine namhafte Versicherung gab es nicht, stattdessen eine Briefkastenfirma in Panama, gegen deren Geschäftsführer bereits strafrechtlich ermittelt wurde. Die Filme floppten und die versprochenen Erlöse blieben für die Anleger aus.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Prospekt der Cinerenta III dem „durchschnittlichen Anleger den unzutreffenden Eindruck vermittelt, er gehe nur ein begrenztes Risiko ein. Der Leser des Prospekts werde durch den ständigen Hinweis auf die Risikobegrenzung systematisch irregeführt“.

Die Cinerenta GmbH wird gegen das Urteil, so deren Geschäftsführer Eberhard Kayser, Rechtsmittel beim BGH einlegen.

Bereits in der Vergangenheit war die Prospektherausgeberin Cinerenta GmbH in die Kritik geraten. Pikanterweise ist Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständischer Wirtschaft, der Mehrheitsgesellschafter. Sein inzwischen verkauftes Unternehmen, die Investor Treuhand GmbH, war zudem für den Vertrieb des Filmfonds zuständig.

In Cinerenta Fonds I bis V haben Anleger in den Jahren 1997 bis 2003 mehr als 450 Mio. € eingezahlt.

Zahlreiche Klagen, auch gegen Mario Ohoven selbst,  sind noch beim Landgericht München anhängig.

 

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