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| aktualisiert am 29.05.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (20.09.2007)

Phoenix-Skandal: EdW klagt vor OLG Stuttgart

Phoenix-Skandal und kein Ende. Die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierunternehmen (EdW) klagt weiter gegen die Wirtschaftsprüfer Ernst & Young. Diesmal geht es im Berufungsverfahren vor das OLG Stuttgart, nachdem das LG Stuttgart zuvor die Schadenersatzklage gegen E & Y abgewiesen hatte.

Die EdW wirft den Wirtschaftsprüfern vor, bei einer im Jahr 2002 von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Auftrag gegebenen Prüfung, Unstimmigkeiten in der Buchhaltung bei Phoenix übersehen zu haben. Phoenix hatte 2005 Insolvenz angemeldet.

Die EdW sollte nun die Anleger mit rund 180 Mio.n Euro entschädigen. Nach eigenen Angaben besitzt sie jedoch lediglich rund fünf Millionen Euro. Deshalb soll ein Teil des benötigten Kapitals aus der Schadenersatzforderung gegenüber Ernst & Young kommen.

Ob die EdW Erfolg vor dem OLG Stuttgart haben wird, ist fraglich. Das LG Stuttgart hatte nämlich entschieden, dass die EdW keine eigenen Schadenersatzansprüche gegen die Wirtschaftsprüfer habe, obwohl die BaFin etwaige Schadersatzansprüche an die Edw abgetreten hatte. Zwar sei die Klage zulässig, aber begründet sei sie nicht. Nach Auffassung der Richter habe nie eine vertragliche oder vertragsähnliche Beziehung zwischen der Behörde und den Wirtschaftsprüfern bestanden. Der Auftrag für die Sonderprüfung sei von der BaFin ausgegangen.

Dass durch das Verhalten der Prüfer allerdings ein Schaden für die EdW entstanden sei, schloss das Gericht jedoch nicht aus.


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