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| aktualisiert am 29.05.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (10.10.2007)

Deutscher Verbraucherschutzring e.V. warnt vor neuem Desaster am Fondsmarkt: Hotelfonds Dubai 1000 am Ende?


Erfurt. Offensichtlich Tausende von Anlegern haben buchstäblich auf Sand gebaut und ein nicht existierendes raumhotel in Dubai finanziert. Für sie könnte der Traum zum rauma werden.

Nach Medienberichten sollen von dem Dubai 1000 Hotelfonds geplanten Hotelkomplex „Maritim Dubailand“ bislang lediglich eine riesige Baugrube, einige Baucontainer und drei Kräne existieren. Dabei hätte das Luxushotel, ausgestattet mit 1 000 Zimmern, schon vor einigen Wochen eröffnet werden sollen. Der Schaden für die Kapitalanleger könnte sich, so DVS-Anlegerschutzanwalt Torsten Geißler, auf knapp 143 Millionen Euro belaufen. Hinter dem Dubai-Hotelfonds steht der Diplom-Finanzwirt Georg Recker aus Hamm. Als Hotelbetreiber war die Maritim-Gruppe (Bad Salzuflen) vorgesehen.

Der Fonds war 2005 aufgelegt worden und hatte damals durchaus gute Noten verschiedener Wirtschaftszeitschriften und Analysten erhalten. Kapitalanleger konnten sich bereits ab 10 000 Euro am angeblich „größten 4-Sterne-Hotel in Dubai“ beteiligen. Für je 25 000 Euro Beteiligungssumme sollten die Anleger gar drei Gratis-Übernachtungen in einer so genannten Ownersuite erhalten. Die Ausschüttungen sollten „lt. konservativer Prognoseberechnung bei 10 % p.a.“ liegen.

Die beunruhigten Anleger werden von Recker jetzt mit dem schriftlichen Hinweis vertröstet, es könne zu Verzögerungen von „sicherlich 12 Monaten“ kommen. Experten freilich nennen einen anderen Zeitraum: Mindestens zwei Jahre würde es dauern, bis der Hotelkomplex eröffnet werden könnte. Voraussetzung hierfür sei freilich, dass mit Hochdruck ans Werk gegangen würde. Doch davon ist bislang nichts zu sehen, im Gegenteil: Es ist inzwischen nicht einmal mehr klar, welches Unternehmen eigentlich mit dem Bau beauftragt worden ist. Das „Maritim Dubailand“ droht sich als Fata Morgana zu entpuppen.

Dewan, eines der renommiertesten Architekturbüros im arabischen Raum, hat seine Kooperation mit Recker beendet, nachdem angemahnte Gelder nicht gezahlt wurden. Die Projektmanagementgesellschaft Drees + Sommer ist seit April 2006 ebenfalls nicht mehr von der Partie. Und auch andere Partner, die Recker zunächst mit seinem gigantischen Projekt zu begeistern verstand, haben sich mittlerweile zurückgezogen.

„Hier zeigt sich einmal wieder“, so Torsten Geißler, Vereinsanwalt des Deutschen Verbraucherschutzrings, „dass beeindruckende Hochglanzbroschüren und schöne Präsentationen im Internet noch lange keine Gewähr für einen erfolgreichen Fonds bieten. Wir können den Anlegern nur raten, sich schnellstmöglich um eine Klärung ihrer Forderungen zu kümmern.“

Der DVS e.V. wird eine Interessengemeinschaft „Dubai 1000“ einrichten.

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