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| aktualisiert am 29.05.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (15.10.2007)

Akzenta-Vorstand vor Gericht – DVS kündigt Einrichtung einer Interessengemeinschaft für Geschädigte an


Anlegerbetrug in über 21 000 Fällen mit einem Vermögensschaden von 68 Millionen Euro

Erfurt/München. Es geht um einen geschätzten Vermögensschaden von über 68 Millionen Euro. Mehr als 20 000 gutgläubige Kunden soll die Akzenta AG aus dem bayerischen Rosenheim in den vergangenen Jahren geprellt haben. Seit Juli bereits läuft vor dem Landgericht München II der Prozess gegen drei Vorstände der Gesellschaft, darunter den Firmengründer Ulrich Chmiel, wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in mehr als 21 000 Fällen. Einem vierten Angeklagten, der nicht von Anbeginn der Betrugsserie an zum Vorstand gehörte, werden immerhin noch 14 000 Fälle zur Last gelegt. Der Deutsche Verbraucherschutzring aus Erfurt (DVS e.V.) hat angekündigt, eine Interessengemeinschaft für Geschädigte einzurichten.

Das Geschäftsmodell der Akzenta AG bestand aus angeblichen Um­satz­beteiligungen, bei denen den Kunden hohe Profite in Aussicht gestellt wurden. Nach Auffassung der Ermittlungsbehörden war dies jedoch nur die Fassade. Tatsächlich habe es sich, wie so oft in vergleichbaren Fällen, jedoch um eine Art Pyramidensystem gehandelt, bei denen die Ausschüttung an alte Kunden, wenn sie denn überhaupt vorgenommen wurde, im Wesentlichen aus den von Neukunden gewonnen Geldern finanziert wurden. Da allerdings überhaupt nur allenfalls zehn Prozent des eingenommenen Geldes tatsächlich für Investitionen zur Verfügung stand, ein Großteil hingegen an den Vorstand floss, war es wohl nur eine Frage der Zeit bis zum Zusammenbruch der Pyramide.

Die angeblichen Kundenvorteile durch eine Akzenta-Umsatzbeteiligung wurden verlockend geschildert: So sollte der Kunde, wenn er Produkte oder Dienstleistungen bei einem bestimmten Anbieter kaufte, monatlich eine Werbe-Vergütung erhalten, regelmäßige, jährlich steigende Zahlun­gen als „Tilgungskostenzuschuss“ oder „Premiumkundenprämie“, und so im Laufe von vielleicht zehn Jahren einen großen Teil des Kaufpreises zurückerhalten. Der Vorteil für den Unternehmer liege darin, dass er so ein „attraktives Instrument zur Neukundengewinnung und Kundenbin­dung“ in die Hand bekomme. Er könne seine Werbungskosten ohne Streuverluste gezielt einsetzen. Sowohl Kunde als auch Unternehmer machten ein gutes Geschäft. Einfach so.

Die Umsatzbeteiligungen durch die entgeltliche Bereitstellung von Werbe- und Marketingmaßnahmen sollte dabei das Hauptgeschäft der Akzenta AG darstellen. Doch die Ausschüttungen flossen nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht gleichmäßig an alle gezeichneten Umsatzbeteiligungen, sondern in erster Linie eben in die Taschen der Beschuldigten – getarnt als Provisionszahlungen. Und nur, weil immer neue Kunden Einmalzahlungen leisteten, mit deren Hilfe die ersten Risse in der glänzenden Fassade gekittet wurden, kam es nicht schon früher zum unausweichlichen Zusammenbruch des Systems.

Die Aufnahme in eine DVS-Interessengemeinschaft kostet eine einmalige Gebühr von 70,00 Euro (zzgl. gesetzl. Mehrwertsteuer). Diese deckt die Verwaltungskosten des DVS ab und wird bei einer späteren Beauftragung der auf diesem Gebiet spezialisierten Rechtsanwälte in voller Höhe auf die Anwaltskosten angerechnet. Die Anspruchs-prüfung Ihres Falles durch die DVS-Anwälte sowie die weitere Mitgliedschaft bleiben für Sie beitragsfrei.


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