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| aktualisiert am 29.05.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (19.11.2007)

Falsche Beratung: Immobilienverkäufer muss Schadenersatz zahlen

 Bach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 20. Juli 2007 (AZ V ZR 227/06) macht sich ein Immobilienverkäufer schadenersatzpflichtig, wenn er bei seiner Beratung falsch und unvollständig über die für den Kaufabschluss des Kaufinteressenten wesentlichen Fakten informiert.

Zum Hintergrund: Viele Verkäufer geben bei den Vertragsverhandlungen auch Hinweise zur Finanzierung des Kaufpreises oder erstellen Rentabilitäts-berechnungen, um damit den monatlichen finanziellen Eigenaufwand des Käufers zu ermitteln. Dabei dürfen sie aber, so der BGH, kein „in tatsächlicher Hinsicht unzutreffendes und zu geschöntes Bild des Wertsteigerungspotentials oder der Ertragserwartung hinsichtlich der Immobilie abgeben“. Vielmehr müsse der Verkäufer richtige und vollständige Angaben über die erzielbare Miete machen und bei einem Beitritt zu einer Mieteinnahmegemeinschschaft (Mietpool) das Risiko verdeutlichen, das möglicherweise mit dem Leerstand anderer Wohnungen entstehen kann. Im Rahmen der Berechnung des Eigenaufwands müssen die entstehenden anteiligen Belastungen „angemessen berücksichtigt werden“, stellten die Richter fest. So war bei einem Leerstand von nur zehn Prozent der Mietpoolfläche, die vom Verkäufer versprochene Rendite nicht mehr zu erzielen.

Die Konsequenz: Der Kaufvertrag wurde rückabgewickelt und der Verkäufer zum Ersatz des mit der Rückabwicklung verbundenen Schadens verurteilt.


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