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| aktualisiert am 29.05.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (16.01.2008)

DVS gründet Interessengemeinschaft für geschädigte VITADOMO-Anleger

Insolvente Vitadomo eG bringt ihren Anlegern statt eine glanzvolle Zukunft erheblichen Millionenschaden.

Die VITADOMO Genossenschaft für Vorsorgeförderung eG (Nürnberg) ist zahlungsunfähig; die Staatsanwaltschaft hat ihre Konten gesperrt. Nahezu genau auf den Tag fünf Jahre nach der Gründung hat die Gesellschaft am 1. Januar 2008 Insolvenz angemeldet. Tausende von Anlegern müssen daher nicht nur den Verlust des bereits eingezahlten Kapitals über mehrere Millionen Euro befürchten, ihnen droht darüber hinaus auch noch die Rückforderung der gewährten Eigenheimzulage durch das Finanzamt. Schlimmer noch: Es besteht zudem die Möglichkeit, dass der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Prof. Dr. Reinhard Urbanczyk, gegenüber den Anlegern auf die Zahlung noch ausstehender Raten pocht.

Unglaublich aber wahr: Im August 2006 wies der damalige Vorstand, Markus Schebitz, stolz auf „das bisher beste Halbjahresergebnis der Firmengeschichte“ hin. In der Pressemitteilung wird er mit den Worten zitiert: „Die Einlagen sind darüber hinaus Insolvenzgeschützt und Hartz IV sicher, unsere Mitglieder werden also vermögend in Ihren Ruhestand gehen“. Und nun? Nicht als Schall und Rauch.

Bereits im vergangenen Jahr hatten Anlegerschützer auf gravierende Risiken der Beteiligung an der bayerischen Wohnungsbaugenossen­schaft hingewiesen. Auch die Wirtschaftsprüfer des Verbands bayeri­scher Wohnungsunternehmen hatten die VITADOMO-Anleger darüber informiert, dass „die Erfüllung des Satzungszwecks zurzeit nicht gegeben ist“. Da diese Unwägbarkeiten, vor allem das Risiko eines Totalverlustes, in den Prospekten der VITADOMO nicht erwähnt wurde, liegt der Verdacht eines Kapitalanlagebetrugs nahe, zumal die Verantwortlichen der Genossenschaft bereits vor Monaten auf die unzureichende Prospektierung hingewiesen wurden, ohne daraus Konsequenzen zu ziehen. Hier liegt aber zugleich auch die Chance für die geprellten Anleger: Da sie nicht ausreichend über das Totalverlustrisiko informiert und sie folglich falsch beraten wurden, können sie unter Umständen Schadensersatzforderungen geltend machen.

Experten raten deshalb dringend, schnellst möglich auf Kapitalanlagerecht spezialisierte Anwälte zu konsultieren. Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS e.V.) hat aus diesem Grund eine Interessengemeinschaft gegründet, an die sich geprellte Anleger wenden können, um sich Rat und Hilfe zu holen. Der DVS, der seit seiner Gründung im Jahre 2005 für Menschen kämpft, die durch betrügerische Unternehmen geschädigt worden sind, ist im Internet unter www.dvs-ev.net zu erreichen.


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