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| aktualisiert am 17.08.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (20.02.2008)

Vermalt?

EECH-Group AG: Zinsausschüttung für Kunstanleihe ART ESTATE lässt auf sich warten.

Erfurt/Hamburg, den 15. Februar 2008. Mit dürren Worten hat die EECH Group AG Hamburg in einer Ad hoc-Mitteilung am 25. Januar darauf hingewiesen, dass sie ihrer Zinszahlungsverpflichtung für die Inhaberteilschuldverschreibung ART INVEST 2006 innerhalb der kommenden Tage, spätestens im Februar vollständig nachkommen wolle.

Grund für die verspätete Zahlung sei eine im vergangenen Herbst begonnene Restrukturierungsphase, „um die zukünftige Geschäftstätigkeit neu auszurichten und zu fokussieren“. Durch diese Maßnahmen sei auch die kurz- und mittelfristige Liquiditätsplanung betroffen.

Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt. Er muss zumindest mit einem kurzen, allzu kurzen Gedächtnis versehen sein. Denn nicht zum ersten Mal kommt der EECH-Konzern, so BÖRSE ONLINE am 29. Januar, seinen Zahlungsverpflichtungen verspätet nach. Und nicht zum ersten Mal steht der Konzern in der Kritik.

Rückblick.

Seit Monaten häufen sich die Warnungen von Anlegerschützern, Verbraucherverbänden und Medien. So steht die EECH auf der Grauen Liste von BÖRSE ONLINE, die Zeitschrift FINANZtest hat sogar bereits 2005 vor der „Euro Anleihe Solar“ der EECH gewarnt und darauf hingewiesen, dass es „sich hier um eine äußerst riskante Geldanlage handelt“. Anleger müssten „damit rechnen, dass sie ihr Geld nicht wieder sehen“.

Trotzdem dürfte eine große Zahl von Anlegern ihr Geld in ART INVEST oder in verschiedene Solaranleihen der verschachtelten EECH gesteckt haben. „Nach unserer Auffassung müssen die Anleger damit rechnen, künftig kein Geld mehr oder allenfalls verspätete Zahlungen zu erhalten“ , erklärt Claudia Lunderstedt-Georgi, Geschäftsführerin der Deutschen Verbraucherschutzrings e.V. (DVS), Erfurt/Jena. „Wir beurteilen die wirtschaftliche Situation der EECH Group AG und die Mittelverwendung als äußerst kritisch“. Daran werde auch der im Dezember erfolgte „Verkauf“ der EECH-European Enegery Consult Holding AG an eine Gesellschaft des früheren Vorstandsvorsitzenden Tarik Ersin Yoleri nichts ändern. Über den „Kaufpreis“ wurde Stillschweigen vereinbart.

„Ein klassischen Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel. Was änderst sich denn letzloich, wenn der frühere Verantwortliche, Tarik Ersin Yoleri, im Oktober als Vorstandsvorsitzender vom Geschäftsführer einer Tochtergesellschaft, DIGH Immobilien Grundvermögen Holding, abgelöst wird, aber dennoch Vorstand der Tochtergesellschaft bleibt und diese dann auch noch – wie geschehen – kauft?“, meint Claudia-Lunderstedt-Georgi vom DVS.

Ausblick

Rette sich wer kann! Eine Reihe von Anlegern hat bereits Klagen eingereicht. Und sie sind mit ihrem Verdacht nicht allein: Die Staatsanwaltschaft hat zahlreiche Büroräume durchsucht und entsprechende Ermittlungen gegen die Verantwortlichen eingeleitet. Aber trotz aller Kritik ist die EECH Group AG unter der Leitung von Vorstand Uwe Fritz Riek genauso aktiv wie die EECH-Euroepan Energy Cosult Holding AG unter der Leitung des Vorstands Tarik Ersin Yoleri.

Nur, wie lange noch?

Geschädigte, misstrauisch gewordene und verunsicherte Kapitalanleger können sich an den Deutschen Verbraucherschutzring e.V. wenden.


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