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| aktualisiert am 25.05.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (11.09.2014)

Canada Gold Trust – sind die goldenen Zeiten vorbei?

11. September 2014. Für die Anleger der Canada Gold Trust GmbH (Koblenz) könnte vom einstigen Goldrausch nur ein mageres Katerfrühstück übrig bleiben. Immer mehr Medien sprechen von merkwürdigen Angeboten, gedeckelten Gewinnaussichten bei höchstem Risiko und wenig Transparenz. Aus den Anlegern werden demnächst Aktionäre.

Deutscher Verbraucherschutzring
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 Der Deutsche Verbraucherschutzring e. V. (DVS) stellt sich die Frage: Ist bei Canada Gold Trust (CGT) noch alles Gold, was einst zu glänzen schien?

Wer nicht gut englisch spricht, aber die Frage „Kann ich dem Gold trauen?“ in Kanada fragen will, würde sich vielleicht so anhören: „Kän ä dä gould trahsd?“ Ob diese fiktive und – zugegeben – dämliche Geschichte der Namensgeber der Canada Gold Trust GmbH gewesen sein könnte, ist eher unwahrscheinlich. Dennoch stellen sich viele Anleger, Experten und Anwälte, die Frage, ob sie den prospektierten Versprechen der Emittentin noch trauen können. Schon im Juni 2014 wollte CGT seine Anleger mit einem Bonus die Stundung der Auszahlungen schmackhaft machen. Am liebsten wäre es CGT gewesen, die Anleger hätten bis zum Ende der Laufzeit auf Auszahlungen verzichtet oder sich dann in Gold auszahlen lassen. Für Claudia Lunderstedt-Georgi, Geschäftsführerin des DVS (www.dvs-ev.net) eine undurchsichtige Aktion: „Vielleicht sind die Erträge aus den Claims in Kanada doch nicht hoch genug, dass damit die versprochenen 14 Prozent Zinsen an die Anleger bezahlt werden können.“ Bei diesem Fonds (CGT Fonds III) wurde – den Anlegern, die sich in Gold „ausbezahlen“ lassen, aber mit der Auslieferung ihres Goldes bis zum Ende des Fonds (vorgesehen ist Dezember 2016) warten – ein Bonus von zusätzlichen 5 % des hinterlegten Goldes versprochen.

Der Schulden-Aktien-Tausch

Am 5. August 2014 gab es von CGT eine Pressemitteilung; darin wurde bekannt gegeben, dass die Fondsgesellschafter der Fonds I bis III mit einer 75 %- Mehrheit zugestimmt haben, dass ihre bestehenden Darlehen in Aktien der Muttergesellschaft Henning Gold Mines Inc. (HGM) umgewandelt werden. Geschäftsführer der HGM ist Jörg Schmolinski, ehemals Intimus von Malte Hartwieg, gegen den wegen Betrugsverdacht ermittelt wird.

 Auf der Veranstaltung am 30. Juli 2014 in Berlin waren, so berichtet es eine anwesende Anwältin einer Münchner Kanzlei, gerade einmal 20 Anleger vor Ort. Die Aktien, die die Anleger nun bald innehaben werden, können aber nicht gehandelt werden. Claudia Lunderstedt-Georgi: „Bereits am 15. Mai 2014 soll die kanadische Finanzaufsicht BCSC den Handel mit HGM-Aktien untersagt haben. In Kanada gibt es strenge Regeln, welche Informationen die Minengesellschaften veröffentlichen müssen und in welcher Form. Anscheinend hat die HGM ihre Explorationsergebnisse nicht korrekt veröffentlicht. Und diese Tatsache hat man auf der Gesellschafterversammlung offensichtlich vergessen zu erwähnen, sonst hätte sich wohl niemand FÜR die Aktien entschieden.“ Das Verbot werde schon bald aufgehoben, heißt es aus der Chefetage von HGM. Aber wo die Aktien dann gehandelt werden sollen, weiß niemand genau. In Deutschland, der Schweiz oder in Kanada? Die DVS-Geschäftsführerin schmunzelt: „Firmen, die sich mit dem Goldabbau beschäftigen, halten sich wohl zu genau an die Redewendung Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.“ Laut Peter Prasch, Geschäftsführer von CGT sollte das Handelsverbot bis spätestens Mitte dieses Monats vom Tisch sein. Indes warten Anleger auf eine Bilanz oder andere verwertbare Informationen über die wirtschaftliche Situation der HGM vergeblich. Es gibt nur ein paar bunte Diagramme über die Goldmengen, die man angeblich fördert und viele Renditeversprechen. Claudia Lunderstedt-Georgi: „Die Undurchschaubarkeit und die wahren Verflechtungen der verschiedenen Unternehmen setzt sich bei CGT und HGM fort. Wenigstens darin bleiben die Verantwortlichen konstant.“

Video-selfies beim Straßenbau?

Die CGT selbst gibt sich als transparentes Unternehmen aus. Dafür hatten bis April 2013 auch kleine Videoclips auf einem eigenen YouTube-Kanal gesorgt. Im wöchentlichen Turnus wurden die „Freunde und lieben Anleger“ begrüßt und ihnen gezeigt, was in den Minen passiert. „Viel sieht man nicht“, sagt die DVS-Geschäftsführerin, „eine handvoll Leute, ein paar Gerätschaften und gelbe Bagger.“ Moderiert wurde die Reihe von Paul Loescher, dem deutsch-kanadischen Enkel von Bud Henning, seinerseits Gründer von Henning Gold Mine. Und wenn Paul Loescher über die mobile Goldwaschanlage spricht, dabei neben einem Schild steht, auf dem UNAUTHORIZED ENTRY PERMITTED zu lesen ist, kommt mancher ins Grübeln, ob die Arbeiten im Hintergrund nicht Straßenbauarbeiten sind und Loescher selbst auch nicht permitted ist, einzutreten.

Die goldene Öffentlichkeitsarbeit

Niemand will CGT oder HGM unterstellen, dass es dort nicht mit rechten Dingen zugeht. Was stutzig macht, ist die schon angesprochene Verflechtung diverser Unternehmen, die zum Teil von Leuten geführt werden, die Insider von anderen seltsamen Fondsgesellschaften kennen. Den Anlegern schien das egal zu sein. Spätestens seit der PRO 7 Galileo Reportage über Peter Loescher und euphorischen Berichten u. a. im „Der Aktionär“, scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis das „immense“ Goldvorkommen im Cariboo District freigelegt werden kann. Übrigens: 1880 verließen die Goldsucher diesen unwirtlichen Landstrich, da das Gold zur Neige ging. Die Hauptstadt Barkerville verfiel, wurde aber später wieder aufgebaut.

„Für die Anleger sind dies alles andere als goldene Zeiten“, so das Fazit von Claudia Lunderstedt-Georgi. „Auch wenn wir die Umwandlung der Gläubigerdarlehen in Aktien einmal nicht beachten, so ist das Erreichen des Fondszieles mit der aktuell sehr mageren Goldausbeute mehr als anzuzweifeln. Betroffenen Anlegern empfehle ich sich von qualifizierten Anlegeranwälten beraten zu lassen. Wir haben für CGT-Anleger eine eigene Arbeitsgemeinschaft gegründet.“   

 

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Die Aufnahme in diese DVS-Arbeitsgemeinschaft kostet lediglich eine einmalige Aufnahmegebühr in Höhe von 59,50 Euro (inkl. MwSt.). Die Mitglieder einer DVS-Arbeitsgruppe erhalten eine professionelle Einschätzung (Erstbewertung) ihres Falles bzw. ihrer Unterlagen  durch einen vermittelten DVS-Vertrauensanwalt.

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Weitere Informationen zu diesen Fall und zu anderen Anlagefällen bietet der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS) im monatlichen DVS-Spezialreport „IHR SCHUTZ“

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