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| aktualisiert am 17.08.2018

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS)
  (22.04.2008)

Geld-Tipp oder Abzocke?
Der "Vermögenssicherungerungsbrief"

Erfurt, den 22. April 2008. Wer kennt sich schon mit den Geheimnissen des Aktienmarktes aus? Wer findet sich im Labyrinth der Börsenschwankungen zurecht? Doch sollte man, wenn man seinen eigenen Kenntnissen nicht allzu sehr traut, auch misstrauisch gegenüber dem Rat selbsternannter Experten sein. Als ein solcher tritt beispielsweise ein gewisser Alan Hus mit seinem „Vermögenssicherungsbrief“ auf, den mancher potentielle Anleger in jüngster Zeit als Werbebroschüre im Briefkasten vorfinden konnte.

Dieser Alan Hus, für den nach eigenem Bekunden „das Handeln an der Börse zu einer Leidenschaft und einem lukrativen Geschäft geworden“ ist, gibt vor, andere Menschen an diesem Wissen und diesem Geschäft teilhaben zu lassen. Für gutes Geld, versteht sich: Ein Jahres-Abonnement der Broschüre mit den hei゚en Börsen-Tipps kostet schlappe 990 Euro. Es scheint, als ob jener Hus nicht nur mit Aktien, sondern auch mit der Gutgläubigkeit seiner Abonnenten spekulierend Geld verdienen möchte. Er bietet ihnen mit seinen Tipps, so stellt er es dar, „einen sicheren Hafen in unsicheren Zeiten“.

Und dann rechnet er seinen künftigen Abonnenten auch gleich vor, welch rosige Zeiten ihnen bevorstehen und was sie alles versäumt haben, weil sie ihm nicht längst gefolgt sind: „Seit 2004 haben Anleger, die jene Aktien gekauft haben, die von mir in der monatlichen Ausgabe ‚Vermögenssicherungsbrief“ empfohlen wurden, die Performance des Gesamtmarktes übertroffen. 2004 haben wir eine Rendite von 37 Prozent erzielt, 2005 sind unsere Empfehlungen im Schnitt um 17,6 Prozent gestiegen. 2006 hatten wir vier Empfehlungen im zweistelligen Rendite-Bereich. Im vergangenen Jahr haben wir mit einer Performance von durchschnittlich 56,4 Prozent den Vogel abgeschossen.“

Inzwischen haben sich auch die Anlegerschützer mit dem Fall beschäftigt, der übrigens kein Einzelfall ist: „Meist handelt es sich um reine Abzock-Geschäfte, bei denen es nicht darum geht, das Vermögen der Anleger zu mehren. Vielmehr geht es darum, die Abo-Provisionen in die eigene Tasche zu wirtschaften,“ erklärt Claudia Lunderstedt-Georgi, Geschäftsführerin des Deutschen Verbraucherschutzrings e.V (Erfurt).

Die DVS-Geschäftsführerin kommt zu dem Schluss: „Bei diesem Vermögens-sicherungsbrief handelt es sich um eine Broschüre mit unklaren Quellen und mit zum Teil nicht abgesicherten Behauptungen.“ Auch boerse.ard.de spricht im Zusammenhang mit dem „Vermögenssicherungsbrief“ von einem geschickten „Spiel mit Furcht, Eitelkeit und Sehnsüchten“; und wallstreet-online fragt sich, ob man ihn nicht gleich in „Vermögensvernichtungsbrief“ umbenennen sollte.

Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (DVS) warnt deshalb zur Vorsicht gegenüber derartigen „Ratgebern“. Hinter der blendenden Hochglanzfassade und der vorgetäuschten Hilfeleistung verberge sich im Regelfall nichts anderes als eine billige Abzocke, die für den Betroffenen freilich kostspielige Folgen haben könne.

Aus dem Verlag Sirius Media Limited (Birmingham bzw. Berlin) gibt es noch weitere sogenannte Anlegerinformationen wie beispielsweise „moneyradar“ oder den Internetinformationsdienst „Aktie-x.de“.

Siehe auch: boerse.ard.de

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